„Immer wenn du glaubst, dich zwischen zwei Wegen entscheiden zu müssen, kann es sich lohnen, nach einer dritten Möglichkeit Ausschau zu halten.“ So in etwa lautet ein Rat, den uns Philipp Messmehr alias Helmut Brutscher, der Autor des Pétanqueklassikers „Zur Kunst des Boulens – Pétanque holistisch“, mitgab. „Zur Kunst“ und eben nicht „Die Kunst“, darauf legt Helmut Brutscher Wert, denn es handelt sich um Gedanken zu einem der „komplexesten Spiele überhaupt“, bei dem sich sogar noch das Ziel, meist Schweinchen, Cochonnet oder Bouchon genannt, aufgrund seiner Kugelgestalt als höchst beweglich erweist. Erfolg kann auf lange Sicht nur haben, wes Geist sich als ebenso beweglich erweist. So zieht sich denn auch die Skepsis gegenüber festgefügten Lehrsätzen wie ein roter Faden durch das Werk, das den Leser aus seinem „Dogmatischen Schlummer“ erwecken möchte, mit Texten, die Fragen stellen und zum Philosophieren anregen.
Durch eine Kette unwahrscheinlicher Zufälle haben wir uns kennengelernt und einen gemeinsamen Nachmittag organisiert, bei dem unser Gast nicht nur mit interessanten Geschichten aufwartete, sondern auch mit höchst ungewöhnlichen Übungen zu überraschen wusste: Wer hätte es beispielsweise für möglich gehalten, dass es gelingen kann, eine Kugel fünfmal in Folge mit geschlossenen Augen zu treffen, wenn man nur rechten Gebrauch von seiner Konzentration zu machen weiß?
Getafelt wurde freilich auch, an einem herrlichen Spätsommertag auf dem Boulodrome von TURA 1865, wo dessen Pétanqueabteilung das Spiel künftig noch ganzheitlicher betrachten wird, als es ohnehin schon geschieht.






